2014 – Südnorwegen

Neue Wege = Norwegen (29.Mai – 05.Juni)

Ich war noch nie mit dem Motorrad in Richtung Norden unterwegs (abgesehen von vereinzelten Pfingstausflügen nach Dänemark) und ich war noch nie mit einer Gruppe unterwegs…

Als ich im Frühjahr die Einladung erhielt, zwischen Himmelfahrt und Pfingsten mit einer Motorrad-Gruppe nach Norwegen zu fahren, befuhr ich damit in mehrfacher Hinsicht neue Wege! Es sollte sich lohnen.

Während andere Geschlechtsgenossen den Vatertag zu einer Bollerwagentour nutzten, machte ich mich also mit meinem Nachbarn morgens um 05:15 Uhr auf den Weg zur Rader Hochbrücke. Dort trafen wir uns dann um 06:00 Uhr mit dem Rest der achtköpfigen Gruppe, die unter Führung eines gebürtigen Norwegers in Richtung Norwegen aufbrach.

Acht unterschiedliche Motorräder, acht unterschiedliche Typen: es wurde eine wirklich unterhaltsame und erlebnisreiche Fahrt!

Die Passage durch Dänermark… Schwamm drüber!

In Hirtshals vertäuten wir Mittags die Maschinen auf der Fähre und gegen 17:00 Uhr rollten wir auf norwegischen Boden. Von dort ging es nach Akkerhaugen, zwei Nächte sollten wir uns dort an Norwegen gewöhnen.

Von da an ging es jeden Tag weiter, bis wir schließlich Åndalsnes als nördlichsten Punkt erreicht hatten.

Akkerhaugen (Tagestour) (30.Mai)

©14_05_30_Akkerhaugen-Rundtour 002Unsere erste Tour wurde so etwas wie „norway for beginners“: über eine kurvenreiche Strasse ging es am Südufer des Seljordsvatn entlang, einem See in dem sich ein Seeungeheuer namens Selma befinden soll. Von dort weiter nach Rjukan, wo wir dann auch zu Mittag aßen.

Weit über Norwegens Grenzen hinaus wurde Rjukan während des Zweiten Weltkriegs bekannt. Norwegische Forscher hatten dort im Chemie- und Kraftwerk Vemork mit der Erforschung und der Produktion von schwerem Wasser begonnen. Schweres Wasser war ein notwendiges Hilfsmittel zur nuklearen Kettenreaktion und Kernspaltung.
Mit dem „Unternehmen Weserübung“ und der Besetzung des neutralen Norwegens durch deutsche Truppen im April 1940 fielen die Forschungsergebnisse und die vorhandenen Bestände an schwerem Wasser nach erbittertem Kampf um die Norsk Hydro Werke in die Hände der deutschen Besatzer.©14_05_30_Akkerhaugen-Rundtour 005
In heutiger Zeit ist Rjukan wieder in erster Linie ein Zentrum für den Tourismus und im Winter ein beliebtes Skigebiet.

Durch dieses Skigebiet ging es dann vorbei am Gaustatoppen (1883m) über die Bergstrasse Fv651 nach Tuddal. Die Bergstrasse Fv. 651 führt auf dieser Strecke von 470 m Seehöhe zuerst auf 1260 m hinauf und dann in das 200 m hoch gelegene Dale hinunter. Für uns Flachländer war die Fahrt durch die schneebedeckte Hochebene atemberaubend… und doch nur ein Vorgeschmack auf die kommenden Tage.

 

Ein typisches norwegisches Vorratshaus Typisch für das Telemark sind diese Speicher- oder Vorratshäuser. Sie stehen nicht nur im Museum, sondern sind auch in der Region immer wieder zu sehen

Ein typisches norwegisches Vorratshaus Typisch für das Telemark sind diese Speicher- oder Vorratshäuser. Sie stehen nicht nur im Museum, sondern sind auch in der Region immer wieder zu sehen

©14_05_30_Akkerhaugen-Rundtour 053Weiter nach Heddal für einen kurzen Stopp in Sachen „Kultur“: der Sage nach erbaute der Troll Finn dort die größte Stabkirche Norwegens im Laufe von nur drei Tagen. Einzelne Kunsthistoriker datieren die ältesten Teile der Stabkirche, vor allem den Chor, auf das 12. Jahrhundert zurück, was jedoch umstritten ist. Im Wesentlichen wurde der Bau wahrscheinlich um 1240 errichtet. Eine Runeninschrift in der Nähe des Südportals lässt den Schluss zu, dass die Kirche am 25. Oktober 1242 geweiht wurde. In schriftlichen Quellen wird sie erstmals im 14. Jahrhundert erwähnt.

©14_05_30_Akkerhaugen-Rundtour 004©14_05_30_Akkerhaugen-Rundtour 059Zurück in Akkerhaugen genossen wir dann den Sonnenuntergang am See mit einem echten Männerabendbrot… „Gemüse wird überbewertet“ 😉

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