Tag 2

Von Höfn nach Vik

Kann ein Tag besser beginnen? Entgegen aller Prognosen unserer Wetter-Apps wurden wir heute Morgen von der Sonne geweckt. Dass überschaubare, aber trotzdem leckere Frühstück in unserem Gästehaus wurde gekrönt von einem perfekten Kaffee und einem vermeintlichen Schwarzbrot, das sich als eine Art Lebkuchen (mit Nelken-Geschmack?!) herausstellte.

Blick vom Frühstückstisch!

Und mit dem Blick aus dem Fenster fragte ich Sönke, wann er das letzte Mal im Angesicht eines solch gigantischen Gletschers gefrühstückt hat. Sönke konnte sich nicht daran erinnern 😊!

Was wir tatsächlich dort (64.43888014668244, -15.49954676546234) sahen, war nur ein Ausläufer des Vatnajökull.

Hier sollte es zum Gletscher gehen… ging es aber nicht!

Dann ging es auf die Mopeds, weiter entlang der Küste nach Süd-Westen. Rechts von uns immer wieder Finger des Gletschers, bis wir einen wirklich „gigantischen“ Gletscher sahen und nach rechts auf eine Schotterpiste abbogen (ein Motorradfahrer im Gästehaus hatte einen heißen Tipp gegeben). Leider war es wohl eine andere Abzweigung zum Haukafell, trotzdem konnten wir nun unsere zweite erweiterte Geländeprüfung erfolgreich ablegen.

Zurück auf die Ringstraße und der Gletscher neben uns wurde größer und größer!! Der Anblick war atemberaubend und dabei war der Gipfel des Vatnajökull meist von Wolken verhangen. Und bevor ihr jetzt Wikipedia bemüht:

Der Vatnajökull (isl. für „Wassergletscher“) ist der größte Gletscher Islands und zudem außerhalb des Polargebiets auch der größte Europas. Es handelt sich um einen Plateaugletscher im Südosten des Landes. Seine Fläche beträgt rund 8.100 km², was etwa 8 % der Fläche Islands entspricht. Das Eisvolumen wird auf über 3.000 km³ geschätzt. Kurzgesagt: G i g a n t i s c h! Ohne Übertreibung: wer es nicht mit eigenen Augen gesehen hat, glaubt es nicht!

Schließlich kamen wir zur Jökulsárlón, der Gletscher Lagune. Hier kalbt der Gletscher regelmäßig und kleinere Eisberge bis zur Größe eines Wohnhauses treiben in der Lagune in Richtung Nordatlantik. Dort werden sie von den Brechern zurück auf den Strand geworfen, wo sie sich in viel kleine Eisblöcke zerlegen… der berühmte Diamond Beach (wenn die Sonne scheint, funkelt das Eis wie tausende Diamanten). Leider war die Sonne mittlerweile hinter ein paar Wolken verschwunden, trotzdem war der Anblick atemberaubend.

Wir hielten uns fast 90 Minuten dort auf und beobachteten Robben, die in der Strömung der Gletscherlagune nach Nahrung jagden, einen Eisberg von der Größe eines Kleintransporters, der beim Aufprall auf einen anderen Eisberg in zwei Teile zerbarst!

Robby Rob beim Mittagessen!

Und natürlich verrückte Touristen, die in dem Gletscherabfluß zum Nordatlantik badeten. Ich fror beim Zuschauen!!!

Neeeee, muß ich nicht haben!

Weiter auf die Ringstraße, nach den langen Pausen zog es uns ins neue Quartier. Die knapp 200 Kilometer wurden eine echte Herausforderung: gerade Straße soweit das Auge reicht, weit und breit keine Siedlung, massive Felsen (wie von Riesenhand in die Landschaft geworfen) … auch wenn es unglaublich klingt: allmählich wurden wir trotz der tollen Bilder müde. Die Temperaturen fielen schließlich auf 11° und wir waren beide froh über die funktionierenden Griffheizungen!

Road to nowhere!

Schließlich kamen wir um 17:00 Uhr in Vik an, das Einchecken war maximal unkompliziert (ein Zettel wies uns unser Zimmer zu!) und zum Abschluss fanden wir in Vik das Smiðjan Brugghús (Lokal im schicken Industriestil für Burger, Pommes frites und hausgebrautes Craft-Bier).

Das belgische Bier sieht harmlos aus… hat 6,9 %!

Und jetzt haben wir noch ein Dutzend Tage vor uns!!

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