Östlich von Lübeck

Nachdem Sebastian uns so richtig durchgepustet hatte, waren plötzlich ein paar Sonnentage in der Wetterapp (WetterOnline) angekündigt. Also die beste Gelegenheit, vor der Winterpause noch einmal auf die Strasse zu gehen. Nebenbei wollten die Horizontjägerin und ich uns endlich an den neuen Pfadfinder, das TomTom Rider 400, gewöhnen. Bereits im Juli hatte ich mich nach langem Hin und Her vom mittlerweile antiken Becker getrennt. Die Irrfahrt in Spanien nahm ich dem Ding immer noch übel!

Also hatte ich mir abends online eine kleine Tour an die Ostseeküste zusammengestellt, hinter Lübeck in Richtung Boltenhagen und dann immer weiter an der Küste entlang. Über Rostock und Schwerin wollte ich dann am späten Nachmittag wieder zuhause sein.

Über die Technik und Bedienung des Gerätes werde ich an anderer Stelle noch berichten, nur soviel: das Übertragen der mit TyreToTravel erstellten Route vom PC aufs Navi ging absolut ohne Probleme. Endlich entfiel das Konvertieren ins passende Dateiformat. Am Morgen wurde das Navi nur noch in die Halterung gesteckt und ich durfte noch die Art der Routenführung bestimmen.

Spannende Route? Na klar, warum nicht!

Und jetzt muss ich mich etwas zurückhalten und meine Begeisterung bremsen: bereits nach knapp 10 Kilometern wurde ich von der Kreisstrasse runter auf das Kopfsteinpflaster der Ringstrasse in Grabau geführt:

Begeistert vom Kopfsteinpflaster… natürlich nicht! Aber von nun an fuhr ich immer wieder auf Strassen und Wegen, die ich nie im Leben gesucht bzw. gefunden hätte. Natürlich ging es auch über bekannte Strecken. Dies ist, gerade an der Küste, mangels fehlender Alternativen manchmal gar nicht anders möglich. Trotzdem war es eine absolut spannende Tour, quasi durch die Hinterhöfe des Landes.

Der geringe Verkehr garantierte ein flüssiges und entspanntes Fahren. Und DER eine mit Traktor beladene Tieflader mit Überbreite… der hätte gerne mal rechts ranfahren dürfen! 7,5 Kilometer hinter so einem Monstrum mit Tempo 30… konnten mir diesen tollen Tag auch nicht vermiesen.

Was mich jedoch wirklich ärgerte, das waren diese Verkehrsschilder:

Das VZ255 (Verbot für Krafträder) scheint offenbar an der Ostsee erfunden zu sein? Oder gibt es dafür Zuschüsse? Wo auch immer ein schönes Fotomotiv lockte, stoppte mich dieses Schild. Wenn ich auch Verständnis dafür habe, das sich in den Sommermonaten die Badegäste von den aufgemotzten „Streetfightern“ belästigt fühlen könnten (Möglichkeitsform!), so sind diese Schilder in der Neben- und Nachsaison meiner Meinung nach überflüssig. Im Gegenteil! Die örtliche Gastronomie würde sich sicher über den einen oder die andere Bikerin als Gast freuen.  Das gilt besonders für die Insel Poel! Aber sei’s drum, Gaststätten und schöne Rastplätze gab es heute zur Genüge!

Angesichts dieser vielen neuen Strassen kam ich dann jedoch nicht bis Rostock, geschweige denn Schwerin.

In Bastorf gab es schließlich frischen Sprit, einen Becher Kaffee und dann brach ich die Tour ab. Das TomTom sollte mir jetzt den schnellsten Weg nach Hause zeigen und ab ging die wilde Fahrt.

Als ich schließlich nach rund acht Stunden und 333 Kilometern wieder auf den Hof rollte, hatten die Horizontjägerin und ich unseren neuen Pfadfinder voll ins Herz geschlossen. Denn unbefestigte Wege blieben uns heute erspart. Und Kopfsteinpflaster gilt nicht, das ist ja befestigt…

2 Kommentare

  1. Hallo Frank, eine schöne Tagestour. Das Wetter war wirklich verlockend. Vielleicht bist Du auch am 28.10. zum Biker Frühstück in Tornesch bei Fa. Bergmann&Söhne.Schöner Abschluß der Saison.

    • Hallo Manfred, das hört sich wirklich gut an. Dummerweise (?) spiele ich an dem Vormittag mit ein paar Jungs aus der Nachbarschaft „Filzball schubsen“, dieses Tennis zu nennen traue ich mich nicht 😉
      Ich wünsche Dir (und vermutlich Jörg?) aber viel Spaß und fahrt vorsichtig!!

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