Tag 4: Walking in Timișoara

Die Nacht war okay, für mich aber schon gegen 06:30 Uhr beendet. Die Straßenbahn vor dem Fenster ist nicht wirklich leise! 😉

Gut beschirmt spazieren gehen!

Nach dem Frühstück ging es zu Fuß erneut in die Stadt, diesmal bei herrlichstem Wetter.

Timișoara war der Ausgangspunkt der rumänischen Revolution gegen die kommunistische Diktatur Nicolae Ceaușescus. Auslöser war der Widerstand der reformierten ungarischen Gemeinde in der Elisabethstadt gegen die Zwangsversetzung ihres Pfarrers László Tőkés, gegen die am 14. Dezember 1989 Wache gehalten wurde.

Der Platz der Oper: heute ein friedlicher Platz

Am 15. Dezember 1989 fanden zahlreiche Demonstrationen und Unruhen statt. Es kam in der Folge zu einem Massaker auf dem Platz der Oper, als Armee und Securitate auf Demonstranten schossen, unter ihnen Kinder, die ihr Leben als erste Opfer der Revolution ließen. Die genauen Opferzahlen sind bisher nicht geklärt und lassen viele Fragen offen. Es wird von 153 Toten in Timișoara ausgegangen. Die revolutionären Ereignisse in Timișoara breiteten sich im gesamten Land aus und führten schließlich dazu, dass Ceaușescu als einziges Staatsoberhaupt im Rahmen der Revolutionen im Jahr 1989 gewaltsam gestürzt wurde. Unmittelbar nach einem Schauprozess wurden er und seine Frau Elena am 25. Dezember 1989 standrechtlich erschossen. (Wikipedia)

Vieles wurde bereits restauriert… bei weitem nicht alles!

Ich habe mich mal kurz bei Wikipedia bedient, da die Bilder der Stadt im Kontext dieser Geschichte gesehen werden müssen. Das ehemalige „Klein Wien“ wurde unter der Diktatur komplett heruntergewirtschaftet, Strom und Warmwasser wurden zeitweise abgeschaltet, Straßenkinder, Armut und Verfall prägten das Bild der Stadt.

Der Typische Ostblock-Baustil, hier ist architektonisch nicht viel zu machen…

Dagegen sehen die Häuser aus der Vorkriegszeit richtig prachtvoll aus… sogar ohne Renovierung!

Aus diesem geschichtlichen Hintergrund war für uns natürlich auch der Besuch im Revolutionsmuseum Pflicht!

Aus unserer Sicht völlig unverständlich, wie man als Soldat/Polizist auf die eigene Bevölkerung schießen kann…

Gedenkraum für die 153 Opfer in Timișoara. Hinter den Namen ist das Alter vermerkt, das jüngste Opfer war 2 Jahre alt!

Ohne Freiheit ist alles nichts… auch wir haben unseren Stempelabdruck hinterlassen

Vor der Tür des Museums gab es dann noch eine Überraschung: Michael und ich wurden auch mit der eigenen Geschichte konfrontiert. Hier in Timișoara ein Stück der Berliner Mauer zu finden, damit hatten wir nun gar nicht gerechnet.

Wiedergefunden!

Bundesgrenzschutz? Was war das denn?

Genug der doch etwas traurigen Geschichte, die viele in ihrem Umfang in Deutschland gar nicht wahrgenommen haben. Wir hatten ja unsere eigene Revolution und waren mit dem Fall der Mauer genug beschäftigt.

Trinkwasser aus dem Brunnen… hier sogar chlorfrei!

Das heutige Timișoara scheint eine moderne und junge Stadt zu sein, in der Innenstadt sieht man überall Leben und einen gewissen Luxus. Ob das für die ganze Stadt gilt? Das festzustellen, dafür reichen knapp zwei Tage nicht aus. Einen Besuch ist diese Stadt auf jeden Fall wert!

Bevor jemand fragt: kein Jameson, nur Cappuccino!

3 Kommentare

  1. Hallo Frank,
    zum ersten Bild mit den Regenschirmen passt die Fußgängerzone von Bad Segeberg, da hängen die passenden Gießkannen in luftiger Höhe.
    Vielleicht werden die mal Partnerstädte.
    Es macht viel Spaß Deine Berichte zu lesen.
    Euch weiterhin viel Spaß, tolle Eindrücke und immer eine gute Fahrt.
    Viele Grüße
    Thomas

  2. Super, ich wünsche euch noch viel Spaß

  3. Super Bericht, weiterhin gute Fahrt

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