Tag 8: Geschafft!

Einmal ist keinmal….

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Zufälle gibt es, die kann man nicht planen. Heute vor genau 3 Jahren startete ich das erste Mal in Richtung Norden. Auftakt der Mammut-Tour zu allen europäischen Festland-Kaps. Vom Nordkapp über Tarifa zum Cabo Da Roca. Und heute stehe ich wieder hier im Norden am Ende der Strasse.

Allerdings bei 33 Grad und es hat den Anschein, man befindet sich am Mittelmeer. Obwohl es eigentlich nicht voll ist (nur fünf Reisebusse), nerven mich die anderen Besucher unheimlich.

Wie im Sommerschlussverkauf!

Ein Geschiebe und Gedränge! Während ich auf einer Bank sitze, um mir diesen Trubel in Ruhe anzuschauen, steigt plötzlich eine… na, sagen wir: kräftige Engländerin auf die Bank um besser fotografieren zu können.

Die Bank bricht zusammen. Das ist aber kein Grund sich zu entschuldigen, schimpfend stampft die gute Dame davon!

Anschließend kommandiert eine resolute Österreicherin die Besucher weg vom Globus… ihre Freundin möchte mit ihrer Minikamera keine anderen Touristen auf dem Bild haben.

Loriot hätte hier stundenlang sitzen und sich Notizen machen können…

Sonne satt am Nordkapp!

Zurück zum Thema Nordkapp. Bei vielen Motorradfahrern gilt diese Tour als Ritterschlag für Tourenfahrer, es wird ein Bohei darum gemacht, als gelte es den Mount Everest mit einer Enduro zu bezwingen. Da werden Ausrüstungstipps ausgetauscht, wieviel Reifen muss man mitnehmen, Reservetanks oder Literflaschen mit Benzin auf die Koffer klemmen… Alles Blödsinn!

Das Nordkapp ist auf gut ausgebauten Strassen zu erreichen, die zugegebenermaßen manchmal recht einsam sind. Das Mobilfunknetz ist auf der gesamten Strecke besser, als bei uns zuhause! Tankstellen gibt es genug, mann/frau sollte nur alle 200 – 250 Kilometer volltanken. Maschinen mit kleineren Tanks sind daher nicht geeignet!

Was die Sache wirklich zu einer Herausforderung macht, das ist die Entfernung, das kann(?) die Einsamkeit sein und die Zeit, die sich Dein Hintern im Sattel festschweißt. Aber sonst? Man muss wirklich kein Extrembiker sein, mann/frau sollte nur Lust haben, lange (ja, ich meine lange!!!) Strecken zu fahren.

 

Also, an die Biker unter euch: nehmt euch drei Wochen, packt leichtes Gepäck und eine Visa-Karte ein und los geht’s!

Nicht warten, machen! Es lohnt sich!

Seit gestern war die Strecke also (s.o.) für mich nicht mehr neu. Altbekannte Wegmarken tauchten auf, die N92 ist noch immer ein Traum (jetzt sogar im Sonnenschein!),  im „Café 70°“, direkt an der norwegischen Grenze, schmeckt der Kaffee noch immer und sobald wir an die Ausläufer des Polarmeeres kommen, fallen die Temperaturen merklich. Sogar 28 Grad können sich kühl anfühlen!

Die Wettervorhersage sagte bereits gestern einen massiven Wetterumschwung (Regen mit sehr starkem Wind!) für die Nacht vom 01. auf den 02. August voraus (zumindest am Nordkap). Daher hatte ich gestern abend online ein Zimmer beim Nordkapp-Camping in Honningsvåg gebucht.

Die N92… sollte wirklich jeder Biker mal erlebt haben. Eindrucksvoll!

Das klappte auch reibungslos, heute nacht werde ich endlich wieder eine eigene Dusche und ein WC in Schrittweite haben! Es gibt Dinge, die vermisst man erst, wenn man sie nicht mehr hat!!

Zufälle gibts. Eine Varadero aus Griechenland…

Nachdem ich den meisten Ballast abgeladen hatte, ging es dann weiter zum Nordkapp. Aber was dort los war, habe ich ja schon erzählt.

Und morgen? Warte ich ersteinmal das Wetter ab, vielleicht kurve ich dann noch eine Runde über die Nordkapp-Insel.

Und dann werde ich wohl bei meinem Plan bleiben. Offenbar sind die ausländischen Feuerwehrleute bereits in Schweden entlassen worde, damit sollten die Brände unter Kontrolle und die Strassen wieder frei sein. Und wie sagte mir ein Schwede in Tallinn: „Schweden ist soooo groß, wenn bei uns ein Stück Wald wie der Schwarzwald brennen würde… das merken wir gar nicht!“ Ich bin ja mal gespannt!

 

2 Kommentare

  1. Glückwunsch, alter Afrikaner !
    Touristen sind immer wieder ein Kopfschütteln wert.

    Soweit den hiesigen Medien zu entnehmen, scheint das Thema
    Waldbrand aktuell nicht mehr ganz so schlimm zu sein.
    Viel schlimmer wiegt wohl der Diebstahl der schwedischen
    Kronjuwelen….also, solltest Du über jemand mit Krone und Zepter
    stoßen, dann walte Deines Amtes 😉

    • Kronjuwelen? Und, hat man eine Beschreibung? Ich mache mich sofort an die Arbeit… Im Ernst, davon habe ich nichts mitbekommen.

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