Tag 8: Ab in den Backofen

Das war vor dem Start…

Bevor ich zu diesem richtig heißen Tag komme, nochmal kurz zurück nach Bran:

Eigentlich soll das ja der Stammsitz des Grafen Dracula sein. Tatsächlich  gab es den ja nie… Es ist aber so, dass auch der Fürst Vlath, das historische Vorbild, worauf der Schriftsteller Bram Stoker zurückgegriffen hat, hier vermutlich auch nicht gewohnt hat…

Das heisst hier steht ein Schloss. Sieht toll aus. Ist ein richtiger Touristen-Magnet! Aber objektiv hat dieses Schloss mit Dracula nichts am Hut, aber die geschäftstüchtigen Rumänen haben das ganz gut hinbekommen, haben hier ein Etikett draufgeklebt und der ganze Ort sieht aus wie eine Einkaufsmeile auf Mallorca: nur mit Touristen Nippes. Hier kannst du kaufen, was in irgendeiner Form mit Dracula zusammenhängt, ob das Kinderspielzeug, T-Shirts, Lakritz sind oder ich weiss es nicht…

Eigentlich lohnt es sich hier wirklich nicht herzukommen. Das Schloss selber öffnet seine Tore um 12 Uhr mittags und schließt um 18 Uhr. Das heisst, der halbe Tag ist verloren, wenn Du eine Besichtigung machen willst. Du musst hier übernachten. Oder morgens anfahren und dann gleich wieder abhauen. Egal, wir waren jetzt hier, haben frisch gepackt.  Es gab lecker Frühstück, allerdings mit begrenzten Kaffee (es gab nur eine einzige Tasse!).

Wir werden Richtung Braila fahren und auf dem Weg dorthin gucken wir uns die Schlammvulkane an.

Was für Landschaften!

Vielleicht mal ein Wort zu den Strassen? Die Landstrassen (wir sind aktuell auf der DN10, also auf der Drum National 10 unterwegs)… wie soll ich es vorsichtig formulieren? Das ist vielfach eine Katastrophe. Am Rand von den Städten sind sie teilweise ausgebaut. Sauber asphaltiert, da kann man gut drauf rollen! Aber sobald man das hinter sich lässt, wird es holprig, wird es hubbelig, Schlaglöcher (schlecht ausgebessert) oder Absätze in der Fahrbahn, die dich bei Tempo 90 aus dem Sattel heben.

Pause und Kaffee… gehören zusammen!

Zum Motorradfahren wirklich kein Genuss, auch wenn es in Kurven rauf und runter geht. Das ist landschaftlich wunderbar. Macht tolle, tolle Bilder, aber das Fahren ist irre anstrengend.

Frisches Quellwasser am Straßenrand… heute überlebenswichtig!

Und wenn es nur die Strassen alleine wären, würde es ja vielleicht noch gehen! Aber auf diesen Strassen läuft auch der gesamte Lastverkehr: alle LKWs, alle Lieferwagen, egal was hier rum kreucht und fleucht (teilweise auch Pferdekarren, die natürlich nicht so richtig aus den Kurven heraus beschleunigen!😉).

Insofern ist das Fahren hier wirklich anstrengend. Die Temperaturen habe ich ganz vergessen. Wir sind jetzt mittlerweile bei 38 Grad und ich habe manchmal das Gefühl, der Schweiss läuft oben aus den Stiefel raus.

Nichtsdestotrotz: alles was man mit den Augen aufnimmt, was um einen herum passiert, ist irre spannend. Die Leute sind unglaublich nett, die Begegnungen mit viele anderen Reisenden sind immer wieder witzig!

Insofern? Wenn man Sinn dafür hat, ist das hier richtig super-toll, wenn man meint, schnell von A nach B kommen zu müssen oder vielleicht so richtig Kurvenjagden zu machen, dann würde ich sagen: bleibt zu Hause.

Der Weg, auf den sich Michael macht! Riesenrespekt!

Die Schlammvulkane von Berca! Nach knapp zwei Stunden Fahrt von Bran sind wir hier angekommen. Wir haben 38 Grad. Ich laufe komplett aus, und wenn man hier auf dem Parkplatz kommt, den man über eine holprige sandige Schotterstrasse erreicht, dann sieht man hier drei Touristenautos auf einem ziemlich öden Campingplatz! Zwei Hütten, völlige Ruhe, nur Hitze! Und während ich das hier schreibe, hat sich Michael auf den 15-minütigen Weg über den Hügel zu dem Schlammvulkan gemacht, um dort ein paar Fotos zu machen.

Der oder die Schlammvulkane!! (Foto von Michael)

Das finde ich fürchterlich nett, weil ich überhaupt keine Lust habe, in den Motorrad-Sachen die 15 Minuten da über den Hügel zu kraxeln.

Hier lässt es sich aushalten!

Ich sitze lieber hier beim kalten Alsterwasser.  Schön kalt! Und warte… und pass auf die Sachen auf.

Kurze Pause im Sterne-Restaurant

Der Rest des Tages ist kurz erzählt: knapp 100 Kilometer schnurgerade aus, 38 Grad, kurze Pause, rein ins Hotel (40€ pro Nacht mit Frühstück… für uns beide!), anschließend ein Tuborg an der Donau!

Braila scheint eine Stadt mit viel vergangenem Glanz zu sein… schaut euch die Bilder an und stellt euch vor, wie es einmal aussah!

Blick auf die Donau

Morgen geht’s weiter!

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